Gibt es im Himmel Erdbeereis?
Inger-Elisabeth Reiter (Hospizteam), Dr. Thomas Daniczek (mobiles Palliativteam), Dr. Elisabeth Sobota (Hospizteam), Dechant Mag. Maximilian Tödtling, Ingrid Neuper (Kindergarten Capistran), Mag. Ines Pfundner (Theatergruppe TaBu) und Dolores Auer (Bestattung Judenburg & Pölstal, v.l.) diskutierten über „Kinder trauern anders“. (Alle Fotos: Stadtwerke Judenburg AG)
Wie trauern Kinder? Um diese Frage ist es am 2. November 2009 bei der Veranstaltung in Judenburg gegangen. Zuerst beim Kinder-Theaterstück „Der Rote Luftballon“ und dann bei der Podiumsdiskussion.
Gibt es im Himmel Erdbeereis? Was passiert mit Oma und Opa? Kinder fragen gerne nach, auch wenns um den Tod geht. Was „dürfen“ und „sollen“ Eltern antworten? Bei der diesjährigen Allerseelenveranstaltung im Veranstaltungszentrum Judenburg haben ExpertInnen einen Tag lang über das Thema „Kinder trauern anders“ diskutiert, gesprochen und erzählt.
Der erste Programmpunkt war speziell für Kinder: Das Puppen-Theaterstück „Der Rote Luftballon“ von Peter Stich Lachen, Späße, Freude, Traurigkeit, Wut, Zorn, Verzweiflung – und vor allem Liebe. Die Theatergruppe „TaBu“ hat dem Publikum Verarbeitungsmechanismen in Form von Ritualen und Symbolen angeboten, die es ermöglichen, besser mit dieser schwierigen Thematik umzugehen.
Wie das Thema Tod mit Kindern bearbeitet werden kann, zeigte im Anschluss auch die Pädagogin Ingrid Neuper (Kindergarten Capistran) anhand von einigen Beispielen. Da wurden tote Tiere bestattet oder gemeinsam der Friedhof besucht. „Das Thema darf man den Kindern nicht aufzwingen, aber wenn es ein Kind anspricht, dann dürfen das Thema und die Gefühle nicht unterdrückt werden“ erläuterte Ingrid Neuper ihren Zugang. Wie wichtig Bilder und Zeremonien dabei sein können, unterstrich Dechant Mag. Maximilian Tödtling in der anschließenden Diskussion. Die Judenburger Bestatterin Dolores Auer erzählte über ihre Erfahrungen, wie Kinder beim Abschiednehmen kindgerecht einbezogen werden können und wie wichtig das ist. „Eltern wollen Kinder schützen. Aber und Mag. Ines Pfundner. Der kleine Paul erzählte seine Geschichte von der Krebserkrankung und dem nahen Tod seiner Mama. Zur Seite stand ihm sein Freund Filou, mit dem er seine Probleme auf kindliche Art besprechen konnte. Pauls Vater war die zweite Bezugsperson, er repräsentierte die Ebene des Erwachsenen und dessen Umgang mit dieser Situation. In acht szenischen Bildern erlebten die ZuseherInnen die Problematik, die sich bis zum Tod der Mutter in dieser Familie ergibt. Sie wurden Zeuge von all den Gefühlen, die in so einer Situation Platz haben sollen man tut den Kindern nichts Gutes, wenn man sie beim Abschiednehmen nicht teilhaben lässt und ihnen die Möglichkeiten nimmt, das zu verarbeiten was passiert ist. Der Tod gehört zum Leben dazu.“
Dr. Elisabeth Pia Sobota vom Hospizteam betonte: „Kinder brauchen beides: Sachinformationen über das was passiert ist und eine Sinnantwort“. Dabei können umschreibende Begriffe mehr Schaden anrichten als sie nützen, betonte Inger-Elisabeth Reiter vom Hospizteam. Auf Formulierungen wie „Die Oma ist eingeschlafen“ können Kinder mit Schlafstörungen reagieren, weil sie Angst haben, selbst nicht mehr aufzuwachen wenn sie einschlafen. Ehrlich antworten „Ehrlich antworten“ – da waren sich alle Podiumsdiskutanten einig, ist ganz wichtig, wenn Kinder Fragen zum Tod stellen. „Die Kinder haben keine Angst, wir Erwachsene haben die Angst uns mit dem Thema Tod zu beschäftigen“ brachte es der Knittelfelder Arzt Dr. Thomas Daniczek auf den Punkt.











