Kreativität für den Hospizverein
Die Künstlerin Ingrid Wieser unterstützt mit ihrer Arbeit den Hospizverein.
Wie kann man die Hospizidee weitergeben? Rund 700 MitarbeiterInnen haben im heurigen Jahr bereits mit ihren Worten und ihrem Einsatz mitgeholfen. Seit einiger Zeit ist die Künstlerin Ingrid Wieser für den Hospizverein Voitsberg aktiv. Sie besucht regelmäßig die Hospiz-Stammtische und ist auch mit ihren Kunstwerken als Lobbyistin für den Hospizverein
aktiv.
Frau Wieser, Sie sind Unterstützerin des Hospizverein. Wie sind Sie dazu gekommen?
Ich bewundere den Hospizverein. Zur Eröff nung des Grazer Hospiz-Hauses habe ich ein Bild gespendet und im Zuge dessen mich davon überzeugen können, wie liebevoll dieses Haus hergerichtet wurde. Die MitarbeiterInnen sind voller Enthusiasmus und motiviert, andere Menschen körperlich und seelisch zu unterstützen. Ich bin stolz auf diese Menschen und ich habe gespürt, dass dies das Richtige für mich ist. Es hat auch mit meiner Entwicklung zu tun, für Menschen da zu sein. Ich habe meine Mutter begleitet und ich habe sogar mit ihr getanzt. Da sie dies alleine nicht mehr konnte, habe ich ihre Füsse auf meine gestellt. Diese Zeit war sehr heilsam für mich. Ich habe gelernt, dass es kein gut und kein schlecht gibt, kein schön und kein hässlich, kein jung oder alt – alles ist subjektiv, kreativ, lebendig, wandelbar. Wenn der Mensch in seiner letzten Zeit in der Familie verbleiben kann, ist das ein Geschenk.
Sie haben als Künstlerin auf der ganzen Welt Studienreisen unternommen. Welche Orte haben Sie besonders beeindruckt?
Norwegen war für mich sehr mystisch und weit. Eine räumliche Weite, die für mich sehr einschneidend war. Auch die Reisen nach Indien haben in meiner Seele große Spuren hinterlassen. Die Menschen haben mich in ihrer Würde und Anmut fasziniert. Die Buntheit, die Gewürze, die Farben, die Einfachheit. Der Klang durch die vielen Sprachen und auch der Herzensebene dieser Menschen zu begegnen.
Woher haben Sie die Ideen?
Die Ideen kommen spontan, ich gehe nach innen, schaue viel von der Natur ab, verändere die Eindrücke ins Abstrakte. Früher arbeitete ich sehr viel mit klassischer Musik, jetzt mit Klang, auch mit Heilklängen, und schreibe auch Texte.
Ihr künstlerisches Schaff en ist sehr vielfältig. Ob Text, Farbe oder Material: Warum begrenzen Sie sich nicht? Ein Bild malen ist meine Ausdrucksform an das Leben. Das ganze Leben ist mein Kunstwerk. Die Malerei, die Skulpturen, meinen Garten gestalten – eingebunden in eine wunderbare Familie, mit allen Höhen und Tiefen. Wenn ich etwas Neues schaff e, weiß ich, dass es nichts Neues gibt. Nur eine Erweiterung, eine Entdeckung in mir. Alles ist schon in diesem großen Raum vorhanden. Es gibt so viele Ebenen und ich baue Brücken vom Unsichtbaren zum Sichtbaren, um es erlebbar und fühlbar zu machen. Als Künstlerin arbeite ich immer mit einer Farbe, die gerade wichtig für mich ist. Magenta, Gelb, Gold, Silber, Weiß – alle Farben enthalten die Sonne, sie schenkt uns alle Farben – sichtbar gemacht durch die Information im Gegenstand. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich die Dinge, die ich begonnen habe auch beenden kann, und dass es außer einem „Ich“ auch ein „Wir“ gibt.











