Evaluierungsbericht
Artikelübersicht
Idee & Umsetzung
Die Jugendlichen der Projektklassen sind in einem deutlich stärkeren Ausmaß in der Lage, die eigenen Gefühle auszudrücken und zu diesen Gefühlen zu stehen als die Jugendlichen der Kontrollklassen. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer sind die Jugendlichen stark sensibilisiert worden.
Das Ziel, die Schweigemauer um diese Themen zu brechen, wurde erreicht - allerdings um den Preis, dass die Jugendlichen jetzt offener über ihre Ängste, über ihre Betroffenheit und die Unsicherheit angesichts von Krankheit, Alter und Sterben sprechen. Auch die direkte Konfrontation mit alten und kranken Menschen in Hospiz- und Alteneinrichtungen hat - trotz der angeführten Begeisterung! - zu einer kritischen Betrachtungsweise geführt und große emotionale Betroffenheit bewirkt. Den Jugendlichen wurde nicht nur deutlich, was es bedeuten kann, alt und hilfsbedürftig zu sein, sondern auch wie schwer es ist, sich in die Lage der Betroffenen hineinzuversetzen und diese adäquat zu betreuen. Die persönliche Betroffenheit, das Erleben von Unsicherheit angesichts alter, behinderter oder schwerstkranker Menschen und die immer wieder aufkeimende Angst in der Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens führten jedoch nicht zu einer ablehnenden Haltung dem Projekt und der Vermittlung der Projektinhalte gegenüber. Trotz - oder gerade wegen - dieser Erfahrungen sind die Jugendlichen der Projektklassen statistisch signifikant deutlicher der Meinung, dass man mit Kindern und Jugendlichen über Tod und Sterben sprechen soll.
Inhaltliche Schwerpunkte
Lachen und weinen: Im Rahmen des Projekts „Jugendliche begegnen dem Tod“ ging es nicht nur darum, sich behutsam dem Thema Sterben zu nähern. Vielmehr war es auch ein Anliegen, die Jugendlichen für die unterschiedlichsten Aspekte des Lebens zu sensibilisieren und ihnen verschiedene Gefühle und Reaktionsweisen bewusst zu machen. So standen in vielen Unterrichtseinheiten nicht nur die Schattenseiten menschlicher Existenz im Mittelpunkt der Gespräche und Arbeitsaufträge, sondern immer auch das Positive, das Mutmachende und Hilfreiche.
Jung sein und alt werden - leben und sterben: Ein möglicher Ansatzpunkt den Jugendlichen das Thema Vergänglichkeit nahe zu bringen, liegt im Hinweis auf den Jahreskreislauf der Natur. Die Projektbeauftragten haben auf unterschiedliche Weise auf die „Lebenszeiten“ hingewiesen, das Jung-Sein und Alt-Werden als natürlichen Lebensprozess dargestellt, Sterben als Teil des Lebens angesprochen und darauf hingewiesen, dass alles seine eigene Zeit hat.
Untersuchungsergebnisse des Projekts „Jugendliche begegnen dem Tod“: Evaluation
Allgemeine Akzeptanz des Projektes:
75% aller SchülerInnen hat die Teilnahme am Projekt gefallen
82% aller SchülerInnen sind der Meinung, viel Neues erfahren zu haben
89% aller SchülerInnen fanden die Inhalte gut verständlich
Licht- und Schattenseiten: Was am Projekt besonders gut und weniger gut gefallen hat:
Die Ergebnisse belegen, wie wichtig es für das Gelingen des Projekts ist, sich intensiv mit Fragen altersgerechter, methodisch-didaktisch sinnvoller Themenaufbereitung und -gestaltung auseinander zu setzen. Wissens- und Informationsvermittlung muss nicht immer nur trocken und langweilig sein! Die Möglichkeit, über Filme, Texte oder Musikstücke einen thematischen Einstieg, eine Ergänzung zu Faktenwissen oder eine Vertiefung einzelner Aspekte anzubieten, stößt auf Begeisterung und wird äußerst gut angenommen. Ein besonderes „Highlight“ sind auch die Lehrausflüge, in denen die Jugendlichen die Gelegenheit haben, das theoretisch Gehörte in der Praxis zu erleben und persönliche Erfahrungen in Gesprächen mit Betroffenen zu sammeln.











