Hospizbotschafter
Eine neue Sterbekultur: Das bedeutet in erster Linie natürlich die konsequente Weiterentwicklung guter Voraussetzungen für die landesweite ehrenamtliche Hospizbetreuung. Die Betreuungsarbeit lehrt uns aber, dass hinter dem unsagbaren Leid, dem wir entgegen wirken, auch ein unseliger Zeitgeist steht. Nämlich die krampfhafte, kollektive Verdrängung der Vergänglichkeit unseres Lebens und der Tatsache, dass sich jeder Mensch früher oder später ganz persönlich mit den Gegebenheiten am Ende seiner Tage auseinandersetzen muss. Und was ihm unvorbereitet, quasi aus heiterem Himmel, widerfährt, schlägt doppelt schmerzhafte Wunden. Daraus entspringt konsequenterweise eine weitere Aufgabe für die Hospizbewegung. Sie hat ja die Erfahrung mit den Problemen aber auch mit den kultivierbaren Werten an der Schwelle des Todes, die der Allgemeinheit verloren gegangen sind. Sie ist daher befähigt und herausgefordert ihre Botschaft weiter zu geben; und zwar so lange, bis sie von allen zumindest gehört und von möglichst vielen verstanden wurde.
Die Hospizbotschaft soll Tabus brechen und den Zeitgeist ändern. Dann wird auch eine neue Gesprächskultur zum Thema entstehen. Alle sollen wissen, wohin sie sich vertrauensvoll wenden können, wenn sie betroffen sind. Alle sollen wissen, wie sie sich selbst schon in gesunden Tagen in die Hospizgemeinschaft einbringen können. Menschen, die sich – freiwillig und aus voller Überzeugung – persönlich für die Hospizidee engagieren sind „Hospizbotschafter“.
Die Hospizbotschaft
Ein Leben lang: Ein Engagement des Herzens ist zeitlich nicht zu begrenzen. Deshalb beginnt die Aufgabe des Hospizbotschafters mit seiner Ernennung und endet mit dem Tod.
Der Tod als Teil des Lebens: Botschafter der Hospizbewegung respektieren den Tod als einen Teil des Lebens, lehnen jedoch aktive Sterbehilfe ab. Das Leben ist bis zur letzten Sekunde wertvoll.
Dasein am Ende des Daseins: Gemäß der Grundidee der Hospizbewegung schenken Hospizbotschafter unheilbar Kranken und sterbenden Menschen Zuwendung. Diese Zuwendung kann durch zeitliches Engagement wie die persönliche Sterbebegleitung, durch eigene Erbringung oder Vermittlung finanzieller Hilfe für Hospizeinrichtungen oder durch Überzeugungsarbeit im Sinne der Hospizidee erfolgen.
Verbreiten der Hospizbotschaft: Hospizbotschafter treten öffentlich für die Hospizidee ein. Sie tragen kraft ihrer Persönlichkeit dazu bei, dass Sterben kein gesellschaftliches Tabu mehr ist und wecken dadurch mehr Verständnis und gewinnen zusätzliche Unterstützung für die Hospizbewegung.
Erster steirischer Hospizbotschafter wurde am 18. Dezember 2009 Dr. Gerhard Fabisch (Steiermärkischen Sparkasse).
Weitere Hospizbotschafter:
Frau Maria Santner (Anton Paar GmbH), Frau Waltraud Klanfar (Künstlerin) und Herr Josef Prasser (Styria Printshop Druck GmbH),
Frau Mag.a Barbara Muhr (Vorstand Holding Graz).











